Kamera-Klappe: Koblenzer Kicker im Kino

Latscho

Julian Turek (links), Pro­duzent und Kam­era­mann in Per­son­alu­nion, unmit­tel­bar vor der Pre­miere seines Films “Latscho! Ein Jahr mit der TuS” gemein­sam mit dem Koblenzer Spieler Michael Stahl, als Torschütze des Jahres 2010 natür­lich einer der Haupt­darsteller des Films. Foto: Heinz-Jörg Wurzbacher

Ein Käsebrot für den Top-Torjäger

Fre­ita­gnach­mit­tag, kurz vor 17 Uhr. Mit aus­ge­beul­tem Train­ingsanzug und schief sitzen­der Fliegermütze schlurft ein müde wirk­ender Bursche durchs Wieden­brücker Sportho­tel. Die Num­mer 22 auf der Hose und der Schriftzug „SC Wieden­brück“ auf dem Rücken ver­raten, dass es sich nicht um einen der Koblenzer Kicker han­delt, die sich seit knapp einem Tag in der beschaulichen Ecke Ost­west­falens auf das Spiel gegen eben jene Wieden­brücker vorbereiten.

Traumhaft: TuS triumphiert in Trier

Mineiro

87. Spielminute im Tri­erer Mosel­sta­dion. Nach mil­lime­ter­ge­nauer Mineiro-Ablage befördert David Sasse das Spiel­gerät mit Vehe­menz ins Tor des ungeliebten Rheinlandpokal-Siegers. Sekun­den­bruchteile später steht’s auch schon klar und deut­lich auf der Anzeigetafel: Ein­tra­cht Trier 0, TuS Koblenz 4. Der neunte Rückrunden-Sieg der Schän­gel in Serie ist somit unter Dach und Fach. 4200 Schängel-Anhänger sind mit­gereist, und die kom­men schon seit Wochen aus dem Staunen nicht mehr her­aus. Seit Trainer Michael Däm­gen mit unkon­ven­tionellen Maß­nah­men die Kick­erkunst in Koblenz rev­o­lu­tion­iert hat, ist auf ein­mal alles anders.

Lotte-Tour war nicht ganz so lustig

Jan Hawel

Nein, Lotte war wirk­lich keine Reise wert. Natür­lich hat die in der geografis­chen Nähe von Osnabrück gele­gene 14 000-Seelen-Gemeinde im Kreis Ste­in­furt unbe­strit­ten ihre Reize. Aber die lagen für die Kicker der TuS Koblenz beim am Ende mit 1:2 ver­lore­nen Auftritt in der ConnectM-Arena im Ver­bor­ge­nen. Was aber wieder mal offen­sichtlich auf der Hand lag und weiter Mut macht: Die TuS spielte auf Augen­höhe, zum zählbaren Erfolg fehlten nur ein paar Prozent­punkte. Wer weiß wohl, wie es aus­ge­gan­gen wäre, wenn die Koblenzer nicht noch die stra­paz­iöse Bus­fahrt in rel­a­tiver Zeit­nähe am Tag des Spiels in den Knochen gehabt hätten.

Sieben Spiele, kein Sieg — aber immer in der Überzahl

Immer in der Überzahl: In den bisherigen sieben Regionalliga-Spielen dominierte zwar nicht die Mannschaft der TuS auf dem Feld, aber zumindest die Koblenzer Fans auf den Rängen. Foto: Heinz-Jörg Wurzbacher

Das wäre doch was für alle Kicker der Repub­lik, nicht nur für jene, die in höheren Ligen ihrer Pro­fes­sion nachge­hen: Jede Woche ein Fußball­spiel unter Wet­tkampf­be­din­gun­gen mit berauschen­der Heim­spielat­mo­sphäre. Keine Frage, das wis­sen selbst die Pro­tag­o­nis­ten bis hinab in die Kreisliga-Niederungen, dass vor eigenem Pub­likum und mit der nöti­gen Rück­endeck­ung das Ball­spie­len noch leichter vom Fuß geht als üblich. Jede Woche? Das gibt es im üblichen Rhyth­mus des deutschen Fußballs aber nicht — oder? Gibt es doch. Zumin­d­est im weitläu­fi­gen Sinn. Und zwar für die Spieler der TuS Koblenz in der neuen Spielzeit der Regionalliga West.